Bias im Recruiting bezeichnet systematische, oft unbewusste Verzerrungen, die dazu führen, dass Kandidaten nicht allein nach Eignung beurteilt werden. Solche Verzerrungen senken die Qualität der Auswahl und können gegen das Gleichbehandlungsrecht verstoßen.
Häufige Formen von Bias Verbreitet sind der Ähnlichkeitseffekt, bei dem Kandidaten bevorzugt werden, die dem Entscheider ähneln, der erste Eindruck, der den Rest des Gesprächs überlagert, und der Halo-Effekt, bei dem ein einzelnes positives Merkmal die Gesamtbewertung anhebt. Allen gemeinsam ist, dass sachfremde Faktoren die Entscheidung beeinflussen.
Warum das zählt Bias verringert die Quality-of-Hire, weil nicht der am besten geeignete Kandidat gewinnt, sondern der sympathischste. Zugleich entsteht ein rechtliches Risiko, denn das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz verbietet die Benachteiligung aufgrund geschützter Merkmale.
Bias bei Mensch und Maschine Auch automatisierte Systeme können Bias enthalten, wenn sie aus verzerrten Daten lernen. Der Vorteil eines gut gebauten Systems liegt darin, dass seine Kriterien offengelegt und geprüft werden können, während menschliche Verzerrungen oft unsichtbar bleiben. Entscheidend ist die Kontrolle der Kriterien, nicht die Frage Mensch oder Maschine.
Wie Sie Bias reduzieren
- Strukturierte Interviews mit identischen Fragen und Kriterien nutzen.
- Entscheidungen anhand definierter Kriterien statt anhand des Gesamteindrucks treffen.
- Eingesetzte Tools auf diskriminierende Effekte prüfen und dokumentieren.
